Keiner steht mehr an, aber Rekordzahlen!

IST DER ÖTZI-HYPE ZU ENDE?

Irgendwann muss doch Schluss sein mit dem endlosen Besucherstrom! Leute, die sich bei 35 Grad anstellen, um den Ötzi zu sehen. Und tatsächlich, es ist Schluss. Spaziert man heute durch Bozen steht nur selten jemand in der Warteschlange vor dem Museum. Was vor einigen Jahren der Standard in der Hauptstadt war, ist nur mehr eine Ausnahme. Wie sollen die gemeldeten Rekord-Besucherzahlen überhaupt stimmen, wenn an einem Sonntag im August kein Schwein vor dem Museum steht?

Warum steht keiner mehr an?

Die Warteschlange schrumpft, doch der 5.000 Jahre alte Mann schreibt Rekordzahlen: 311.000 Besucher in nur einem Jahr, 40.000 monatliche Besucher im Juli und August und das bei einem Gebäude, das kaum Platz für 300 Besucher bietet. Stimmen diese Zahlen und ihre Entwicklung nach oben, muss man sagen: Nein, der Hype um Ötzi stirbt nicht. Dennoch scheint es so, als wären die Zeiten mit ewigen Warteschlangen zu Ende. Nur an Regentagen im Sommer kommt es noch ab und an dazu. Ohne Insiderquellen zu haben, könnte man es so erklären: Das Archäologiemuseum versteht es 2026 mit Onlinereservierungen und Zeitfenstern zu arbeiten und verhindert so das Chaos bei Museumsöffnung um 10 Uhr, außerdem hat es jetzt in den Sommermonaten auch jeden Tag geöffnet. Vor allem durch den Ausbau des Online-Ticketing in den letzten Jahren wird die Warteschlange heute vermieden.

Ja, den Touris gefällt’s noch

Menschen aus allen möglichen Ländern finden ins Museum, auch wenn mit 40% Deutschland noch immer Hauptvertreter ist. Alle kommen zu uns ins Land, um die Berge, die Wiesen und Wälder zu genießen und natürlich auch, um unsere liebe Hauptstadt zu besichtigen. Dann geht es, möglichst auch bei schlechtem Wetter, ins Archäologiemuseum. Dort befindet sich eigentlich nur der Ötzi und alles, was zu ihm gehört. Für andere Funde ist aktuell kein Platz, diese würden sowieso zu wenig Geld generieren. Denn die Urlauber sind nur am Mann aus dem Eis brennend interessiert. Geschichtlich ist es ein Fund großer Wichtigkeit und Archäologen träumen nur davon, bei ihrer Arbeit auf ein tausend Jahre altes Stück Menschenknochen zu stoßen. Doch der Grund für die Besucherzahlen ist wohl einfacher zu beschreiben: Es ist die Marke, der Hype, welcher nicht zu Ende zu gehen scheint. Dabei ist der Steinzeitmensch nicht mal attraktiv – oder zumindest nicht mehr. Denn Ötzi ist der wirklich originale Alpen Adonis.

Anmerkung des HOJ.CLUBS: Bilder sind KI generiert!

Die Südtiroler und dor Ötzi

Man selbst hat sich am Mann aus dem Eis bereits in jungem Alter sattgesehen. Als richtiger Südtiroler begibt man sich nämlich bereits mit der Grundschulklasse ins Museum und dann geht’s maximal noch einmal mit den Großeltern hin. Fortlaufend spielt die Raststätte Ötzis meist keine Rolle mehr in unserem Leben und man muss nie wieder dorthin! Nur die Menschenschlange, welche immer rund um das Museumsgebäude führte, erinnerte uns an die Existenz vom Mann aus dem Eis. Doch weil auch diese, sich nicht mehr so oft bildet, verliert der Ötzi in unseren Köpfen jeglichen Platz. Südtiroler, die durch das Museum Massen an Kohle verdienen, vergessen den Ötzi aber natürlich nicht. nicht.

Echtes Old Money!

Man kann es sich denken: Es stecken Millionen hinter dem Geschäft mit dem alten Mann. Neben vielen Eintrittsgeldern füllt er mehr Hotels als jede „schlaue“ Südtiroler Online-Agentur. Kleiner Tipp: ÖTZI ADS wäre ein toller Agenturnamen. Also besuchen viele Menschen Südtirol nur wegen ihm. Und das wird auch in Zukunft so bleiben: Die Menschen aus aller Welt wollen zu uns, um den Steinzeitmenschen zu betrachten, und zahlen auch gerne dafür.

Leider gar kein Money

Von diesem Geld aber bekam das Finderpaar Helmut und Erika Simon nicht wirklich viel ab. Nach jahrelangem Rechtsstreit und dem Ableben von Helmut in der Zwischenzeit wurden der Familie Simon 175.000 € zugesprochen. Das entspricht dem Umsatz, welchen das Museum in 2 Wochen macht. Für die neue Herberge von Ötzi sollen allerdings immerhin 100 Millionen Euro investiert werden, also hoffen wir mal nicht, dass ihn keiner mehr sehen will. Auf das neue Museumsgebäude dürfen „wir“ uns frühestens 2031 freuen, so Landesrat Bianchi. Im sogenannten Ex-ENEL-Gebäude soll es dann Platz für neue Rekorde aus Bozen geben.