Mit Stephan, Kathrin & Uwe

#12 im Fablab Bozen

„Das drucke ich doch in einer halben Stunde.“ Dieser Satz gehört hier zum Alltag eines jeden Anfängers. Für Stephan Pircher, Kathrin Kofler und Uwe Federer gehört er ebenfalls zum Alltag – allerdings aus einem anderen Grund. Schließlich sind sie längst keine Anfänger mehr. Sie kennen jede Maschine beim Vornamen und dürfen sie auch duzen. Alle drei stehen Besuchern gerne mit Rat und Tat zur Seite – sei es am Lasercutter, an der Fräse oder ganz klassisch am 3D-Drucker.

Im Grunde sind sie alle Bastler aus Leidenschaft. Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, wartet schon das nächste. Trotzdem nehmen sie sich immer Zeit für alle, die Unterstützung brauchen. Heute darf ich sie zum Interview treffen und ihnen all die Fragen stellen, die mir schon lange auf der Zunge brennen.

Wie oft unterschätzen Menschen die Dauer eines 3D-Drucks?

Stephan: Wenn jemand zum ersten Mal druckt, ist er meist überrascht, wie lange es dauert. Zwar sieht man in der Software, wie viel Zeit der Druck in Anspruch nimmt, aber am Anfang ist das trotzdem oft ernüchternd.

Welches Projekt ist dir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben – und warum?

Kathrin: Vor einigen Jahren hatten wir gemeinsam mit den Jugenddiensten einen Hackathon. Das hat super funktioniert. Die Atmosphäre war einfach großartig. Die Veranstaltung dauerte drei Tage und lief fantastisch.

Wenn du eine Maschine fladern könntest, welche wäre das?

Stephan: Gute Frage. Das Problem ist: Im Grunde keine. Ich habe fast alles zu Hause – Laser, Fräse und 3D-Drucker. Oder doch! Die Stickmaschine. Die besitze ich noch nicht.

Bist du lieber selbst an der Maschine oder planst du Projekte lieber am Computer?

Uwe: Sehr gute Frage. Am liebsten arbeite ich aber direkt an der Maschine.

Gibt es ein Projekt, von dem du sagst: „Das wollen wir im FabLab unbedingt noch umsetzen“?

Kathrin: Ja, langfristig möchten wir ein Repair-Café veranstalten – aber als richtiges Community-Event. Das würde einfach perfekt hierher ins FabLab passen.

Was war der spektakulärste Fehldruck in deiner bisherigen Laufbahn?

Stephan: Lass mich überlegen. So spektakulär waren die Fehldrucke meistens gar nicht. Ich würde aber sagen: Man sollte den Drucker nie unbeaufsichtigt lassen. Ich habe einmal aus Versehen eine komplette Spule Filament verschwendet.

Würde Geld keine Rolle spielen – welche Maschine würdest du dir sofort kaufen?

Uwe: Leider gibt es noch keine Maschine, die alles kann.

Zu welcher Maschine pflegst du die innigste Beziehung?

Kathrin: Ganz klar zur Stickmaschine und zur Nähmaschine. Anfangs waren wir unsicher, ob sie wirklich zu uns passen würden, aber ich wollte sie unbedingt haben. Heute gehören sie zu den meistgenutzten Maschinen im FabLab.

Träumst du schon vom 3D-Druck oder nimmst du die Arbeit nicht mit nach Hause?

Uwe: Träumen vielleicht nicht, aber mit nach Hause nehme ich sie trotzdem.

Am Ende wird schnell klar: Im FabLab geht es nicht nur um Maschinen, 3D-Drucker und irgendwelche Projekte, die dann doch länger als eine halbe Stunde dauern. Es geht vor allem ums Ausprobieren, Selbermachen und darum, gemeinsam aus einer Idee etwas Echtes entstehen zu lassen. Und falls dabei mal eine ganze Spule Filament draufgeht? Gehört offenbar dazu.