Was für eine Frechheit

Untermais kopiert Sinich!!

In Untermais scheint man aktuell ein kleines Identitätsproblem zu haben. Zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen. Denn plötzlich tauchen dort Dinge auf, die man bislang ausschließlich mit Sinich verbunden hat: alte, kaputte, liebevoll verwitterte Autos auf Parkplätzen, die aussehen, als würden sie seit der Jahrtausendwende auf ihre Auferstehung warten.

Wer Sinich kennt, weiß: Das ist kein Zufall, das ist Tradition. Das „Ghetto-Viertel“ (Eigenbezeichnung vermutlich noch in Arbeit) ist seit Jahren bekannt und – man munkelt – auch berühmt für seine charmant vor sich hin oxidierenden Fahrzeuge. Ein Freiluftmuseum der Mobilitätsgeschichte.

Müssen wir zur Sicherheit nochmals im Sinicher Dorfblattl runterscrollen, nur um festzustellen, wer hier Pionierarbeit geleistet hat? Wer zuerst den Mut hatte zu sagen: „Nein, dieses Auto bleibt hier. Für immer.“

Die viel wichtigere Frage lautet jedoch:
Kann es in einer Stadt wie Meran wirklich zwei Viertel mit demselben USP geben? Absolut nicht.

Untermais könnte sich diesen Titel eigentlich sparen. Schließlich hat man dort bereits andere Aushängeschilder: die legendäre UWB-Würstelbude und den dezent unübersehbaren Wolkenkratzer von Alperia. Das reicht doch fürs Stadtmarketing.

Sinich hingegen bleibt, was es immer war: eine Konstante. Ein Ort, wo nicht nur Autos parken, sondern Träume. Und manchmal auch Fahrzeuge, die vermutlich gar nicht mehr wissen, wem sie gehören.

Oder anders gesagt: Wenn man keine voglia hat, das geschrottete Auto zum Sperrmüll zu bringen – Sinich regelt.

Hier als Beweis nochmals. Links die vermüllten Autos in Sinich, rechts die Autos in Untermais. Die Ähnlichkeit ist verblüffend.


Foto: Auschnitt von ORF Südtirol