In Südtirol gibt es viele schöne Traditionen: Kirchtage, Knödel drehen und das leise Gefühl, dass früher oder später ohnehin alles bei der Athesia landet. Wie ein hungriger Wels im Teich, der sich die letzten Goldfische schnappt, hat sich Athesia nun "Die Antenne", "Radio 2000", "Radio Edelweiß" und das "Stadtradio Bozen" einverleibt. Ja, ihr habt richtig gehört! Oder gelesen. Das bedeutet: Fast alle deutschsprachigen Radiosender in Südtirol befinden sich nun im Besitz der Athesia-Gruppe. Vielfalt ist, wenn derselbe Eigentümer auf mehreren Frequenzen sendet, richtig?
Man stelle sich vor: Früh morgens weckt uns nicht mehr die freie Wahl zwischen Alpenrock und Italo-Pop, sondern ein wohlklingender Einheitsbrei, sorgfältig abgestimmt auf den "Südtiroler Geschmack" – oder zumindest auf den Geschmack eines einzigen Medienkonzerns.
Natürlich kann man das auch positiv sehen. Der Informationsfluss wird effizienter. Wer früher zwischen verschiedenen Stimmen wählen musste, spart jetzt wertvolle Lebenszeit. Meinungsbildung wird endlich wieder benutzerfreundlich. Kein lästiges Abgleichen, kein verwirrendes Durcheinander. Einfach einschalten und wissen, woher der Wind weht. Spoiler: aus derselben Richtung wie gestern.
In Sinich, wo man Neuigkeiten meistens schon kennt, bevor sie passieren, geht natürlich schon die nächste Frage um: Wird die Schnabelpost bald auch von Athesia lizenziert? Müssen wir unsere geilen Storys bald erst vom Großkonzern absegnen lassen? Wir hoffen nicht! Denn wir glauben fest daran: Denn echte Vielfalt erkennt man nicht daran, wie viele Sender es gibt, sondern daran, ob noch jemand dazwischenfunken darf. Und täglich grüßt der Papagei!































































