Mitten im Eishockey-Kosmos – genauer gesagt dort, wo man Siege normalerweise schon vor dem ersten Bully einplant – ist gestern etwas passiert, das man in Salzburg vermutlich immer noch als „Missverständnis mit Ansage“ verbucht: Der HC Falkensteiner Pustertal hat den großen, mächtigen Serienmeister EC Red Bull Salzburg einfach… weggefegt. Ja, richtig gelesen. Sweep. Aus. Ende. Gute Nacht. Und nein, das war kein Betriebsunfall. Das war eine sportliche Ohrfeige mit Nachdruck – nur hat sie in Salzburg niemand kommen sehen. Oder schlimmer: nicht ernst genommen.
Denn wenn man es ganz nüchtern betrachtet (was wir hier natürlich nicht tun): HC Falkensteiner Pustertal gegen Red Bull Salzburg ist ungefähr so fair wie ein Armdrücken zwischen einem Bergbauern und einem Proteinshake auf zwei Beinen. David gegen Goliath. Nur dass David diesmal nicht nur getroffen hat – er hat Goliath gleich komplett vom Eis radiert.
Die HC Pustertal Wölfe hingegen? Haben gespielt, als hätte ihnen jemand vor der Serie gesagt: „Mando, entwedo es schreib Gschichte – odo es terft se enk im tv-kaschtl unschaugn.“ Spoiler: Sie haben sich für die bessere Variante entschieden.
Und mittendrin: ein Name, den man sich merken muss – Tommy Purdeller. Geboren in Bruneck, aufgewachsen mit Eishockey im Blut und heuer endgültig auf dem Level angekommen, wo Verteidiger anfangen, leise zu fluchen. Schon die ganze Saison über stark, aber in den Playoffs? Noch einmal eine andere Geschichte.
Seine Technik? Für jeden Hockeyfan ein Erlebnis. Oder in Rudy Leiter's Worten gesagt: ein gepflegtes Augen-Aquaplaning vom Feinsten. Da wird nicht einfach gespielt – da wird geglitten, getäuscht, zerlegt. Und irgendwo im Hintergrund fragt sich ein Gegenspieler noch immer, wo eigentlich der Puck geblieben ist.
Kampfgeist, Tempo, Nerven aus Stahl – und vor allem diese unangenehme Eigenschaft, einfach nicht aufzugeben. Während Salzburg noch damit beschäftigt war, den eigenen Gameplan zu suchen, hatten die Puschtra längst einen – und haben ihn gnadenlos durchgezogen.
Besonders bitter für Salzburg: Zum ersten Mal in der Klubgeschichte eine Playoff-Serie ohne einen einzigen Sieg. Null. Nada. Ein statistisches Kunstwerk, das man dort vermutlich bald unter „kommt nicht wieder vor“ archiviert.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen war es trotzdem – zumindest für den neutralen Zuschauer mit Hoffnung auf Spannung. Doch je länger die Serie dauerte, desto klarer wurde: Hier steht eine Mannschaft auf dem Eis, die nicht fragt, ob sie darf – sondern einfach macht.
Bravo Puschtra. Und Salzburg? Vielleicht beim nächsten Mal einfach früher merken, dass der Gegner nicht zum Aufwärmen da ist. Zum HC Bozen hätten wir ja auch noch ein Kapitel gehabt – aber nach der gestrigen Performance lassen wir das heute lieber unter „künstlerische Pause“ laufen.
Bild: https://ice.hockey/news-de
Sweep Happens


































