Es war das Highlight des Jahres – zumindest für ungefähr 48 Stunden.
Vor rund fünf Monaten eröffnete der Waltherpark in Bozen, ein sechs Jahre lang gebautes Prestigeprojekt mitten im Herzen der Stadt. 66.000 Menschen am ersten Tag, innerhalb weniger Tage eine halbe Million Besucher. Bozen spielte plötzlich Großstadt. „Der neue Treffpunkt für alle“, hieß es. „Ein Meilenstein.“ Die Euphorie war groß, die Schlagzeilen noch größer. Rund 600 Angestellte starteten motiviert, das Gebäude glänzte, die Rolltreppen liefen im Dauerbetrieb.
Fünf Monate später laufen sie immer noch – nur die Menschen fehlen. Wir gehen durch die Gänge. Alleine. Komplett alleine. Die Geschäfte sind offen, das Sortiment ist voll, die Musik läuft. Kundschaft? Optional. Die Mitarbeiter wirken inzwischen so aufmerksam, dass man fast glauben könnte, sie freuen sich über jede Person mit Puls. Wer mit dem Handy filmt, sorgt bereits für Abwechslung. Dabei war genau das bei der Eröffnung noch Normalzustand.
Also stellen sich zwei Fragen. Erstens: Was war die langfristige Vision – außer einen gewaltigen Eröffnungshype zu produzieren? Die Stadt aufwerten? Urbanität schaffen? Spätestens als nach wenigen Monaten das erste „Typical Regional“-Restaurant wieder geschlossen hat, bekam diese Vision Risse. Ein Lokal, das Regionalität verspricht – und es wirtschaftlich nicht schafft. Fast symbolisch. Auch andere Foodspots wirken an einem Mittwochmittag eher wie Showküchen ohne Show. Zwei Mitarbeiter für zwei Gäste. Fast familiär. Fast privat. Fast wie ein sehr teures Wohnzimmer.
DER WALTHERPARK 5 MONATE NACH ERÖFFNUNG!!























