Südtirol hat vieles exportiert: Speck, Äpfel, Wein, Holzschnitzereien und Menschen, die bei jeder Begrüßung drei Sprachen gleichzeitig verwenden. Aber einen Export vergisst man gerne: Giorgio Moroder. Geboren wurde er als Hansjörg Moroder in St. Ulrich in Gröden. Also dort, wo man normalerweise eher an Dolomiten, Skipisten und geschnitzte Heiligenfiguren denkt — nicht unbedingt an Disco, Synthesizer und Hollywood-Soundtracks.
Seine Karriere begann aber nicht direkt mit Oscars und Welthits. Moroder lernte als Jugendlicher Gitarre, spielte in jungen Jahren in Bands und tourte durch Europa, bevor er sich immer stärker dem Songwriting, Komponieren und der Musikproduktion widmete.
Ende der 60er zog es ihn nach München. Dort wurde aus dem Grödner Musiker langsam der Studiotüftler Giorgio Moroder. Bevor Hollywood anklopfte, schrieb und produzierte er Pop- und Schlagersongs, experimentierte mit neuen Studiotechniken und begann, den Synthesizer nicht nur als Effekt, sondern als Herzstück eines Songs zu verwenden. 1972 feierte er mit Son of My Father einen frühen Synthesizer-Erfolg, später arbeitete er in München mit Pete Bellotte zusammen.
Der große Disco-Moment kam Mitte der 70er mit Donna Summer. Zuerst wurde Love to Love You Baby 1975 zum internationalen Durchbruch, dann folgte 1977 I Feel Love — jener Song, bei dem Disco plötzlich nicht mehr nur nach Band, Funk und Glitzerhemd klang, sondern nach Maschine, Puls und Zukunft. Produziert wurde dieser Sound in München, mit Synthesizern, Sequencern und einer Idee, die später House, Techno, Synthpop und halbe Clubkultur beeinflussen sollte.































































































