Was Liebe ist und wie sie sich verhält, darüber erzählt uns jeder etwas anderes. Für manche ist die Liebe etwas, das alles erträgt, ganz im Sinne des ersten Korintherbriefs, für manche ist sie ein Machtkampf. Dennoch stoßen auch sich Liebende an ihre Grenzen, und um diese zu überwinden, gehen sie auch mal zu einer Paartherapie. Das Buch „Liebe in die Fresse“ geht genau diesem Szenario nach: Zwei Leute, die sich für eine gemeinsame Paartherapie entscheiden.
Dem vorausgeschickt muss man dennoch sagen, dass es sich hier nicht um ein echtes Paar handelt. Der Autor und die Autorin stellten sich bei einer Lebensberaterin als solches vor und wollten durch inszenierte Probleme die Grenzen austesten. Im Kern versuchte man, unter dem Deckmantel der Kunst eine vermeintliche Lebensberaterin auf die Probe zu stellen.
Die Sprache des Buches orientiert sich an der barocken Lyrik. Wer diese liebt, könnte hier auf seine Kosten kommen. Wer diese Form des Schreibens als zu wirr empfindet, wird sich durch das kurze Buch eher quälen, als Freude daran zu finden. Dennoch drängt sich eine Frage auf. Eine Frage der Moral: Darf man einen Menschen so täuschen und ihn dann zum Gegenstand eines Buches machen?
Dieses Problem ist nicht einfach zu beantworten, denn wäre man ein echtes Paar und die „Therapie“ hätte keinen Nutzen, könnte man nicht sofort sagen, die Therapie oder in diesem Fall die Lebensberaterin sei schlecht. Vielleicht passt es grundlegend schon nicht mehr. Mit Sicherheit lässt sich das kaum sagen. Zum anderen haben wir hier nur ein fiktives Paar. Wie kann man also sagen, dass etwas nicht funktioniert, wenn man das Problem schon gar nicht hat?
Stellt euch es so vor: Man hat keine Depression, geht aber zum Therapeuten und sagt, man hätte eine. Der Therapeut versucht alles, um zu helfen, aber es wird nichts wirken. Du hast schlicht keine Depression. Ist es also die Schuld des Therapeuten oder deine eigene? Kann man aus dem Scheitern allein schließen, dass der Versuch an und für sich der falsche war? Und dass derjenige, der versucht, das Problem zu beheben, ein Scharlatan ist? Wer sich auf diesen Gedanken einlassen will und sich an der lyrischen Sprache des Barocks erfreut, könnte Spaß an dem Buch haben. Man sollte allerdings mit einer offenen Einstellung an die Sache herangehen, finden wir.
Dieses Buch hat es in sich















































































































