Südtirol liebt seine Schubladen. Und davon gibt es einige. Da wäre zum Beispiel der Tscheggl vom Dorf oder aus dem Tal – und auf der anderen Seite der Stadtler. Begriffe, die bei uns schnell einmal fallen und eigentlich nur beschreiben sollen, wo jemand herkommt. Eigentlich.
Denn gerade beim Wort „Tscheggl“ schwingt mittlerweile oft ein bisschen mehr mit. Der Hinterwäldler. Einer, der nicht viel von der Welt gesehen hat, lieber beim Alten bleibt und mit Neuem eher wenig anfangen kann. Ursprünglich wurde der Begriff spöttisch für Menschen vom Tschögglberg verwendet. Heute kann gefühlt jeder zum Tscheggl werden, der ein bisschen zu sehr ins klassische Südtiroler Dorfklischee passt.
Und dass wir ausgerechnet in Südtirol versuchen, Menschen so sauber in irgendwelche Kategorien zu stecken, ist eigentlich schon ein bisschen absurd. Oder wie der "Tshegl" sagen würde: „I glab, die Schlutzer gian iber.“ Aber wie sieht so einer eigentlich aus? Und wer entscheidet überhaupt, wer einer ist?
Bezeichnung oder Beleidigung

































































































































