Es gibt Dinge, auf die man sich in Südtirol verlassen kann. Die Berge stehen morgen noch da, irgendwo wird über einen Kreisverkehr diskutiert und Moritz Holzinger sitzt in einem öffentlichen Verkehrsmittel und hat eine Meinung dazu.
Moritz ist schließlich nicht irgendwer. Er ist der selbsternannte Mobilitätsinspektor. Ein Bus kommt zu spät? Moritz weiß es. Ein Anschluss funktioniert nicht? Moritz weiß es. Irgendwo wird eine Haltestelle um drei Meter verschoben? Moritz steht wahrscheinlich schon dort und dreht ein Video.
Und irgendwo in diesen Videos fällt früher oder später meistens auch ein Name: Daniel Alfreider. Das Verhältnis zwischen Mobilitätsinspektor und Mobilitätslandesrat würden wir vorsichtig als eine jener Beziehungen beschreiben, bei denen man sich sehr gut kennt, aber vermutlich trotzdem nicht gemeinsam Weihnachten feiert.
Jahrelang war die Welt damit in Ordnung. Moritz kontrollierte die Öffis, Alfreider bekam Verbesserungsvorschläge und wir anderen konnten gemütlich Auto fahren und uns dabei von Moritz ein schlechtes Gewissen machen lassen. Bis plötzlich ausgerechnet Moritz selbst erklärte, dass die Öffis mit einer fixen Arbeit für ihn nicht wirklich funktionieren. Bitte was? Der Mobilitätsinspektor kann nicht mit den Öffis zur Arbeit. Das ist ungefähr so, als würde Reinhold Messner sagen: „Bergauf isch mir eigentlich zu anstrengend.“
Der Zug ist abgefahren

































































































































