Fast jeder Südtiroler kennt Max Valier. Max-Valier-Straße, Max-Valier-Schule, Max-Valier-Sternwarte. Und genau deshalb schaltet das Gehirn bei vielen wahrscheinlich schon nach zwei Sekunden auf: „Jo jo, kenn i. Schule. Weiter.“ Dabei war Max Valier alles andere als Schulstoff zum Einschlafen. 1895 in Bozen geboren, bekam er als Bub ein Teleskop. Andere Kinder hätten hineingeschaut und gesagt: „Wow, Sterne.“ Max Valier schaute hinein und dachte sich offenbar eher: „Wie komm ich da rauf?“ Er beschäftigte sich mit Astronomie, Physik und Raketen und war überzeugt, dass Menschen eines Tages ins Weltall fliegen würden. Zu einer Zeit, in der die meisten wahrscheinlich schon froh waren, wenn das Auto überhaupt angesprungen ist.
Aber Valier blieb nicht beim Träumen. Er baute Raketenautos, experimentierte mit Raketenantrieben und weil normale Schlitten offenbar zu langweilig waren, montierte man Raketen auf einen solchen und ließ ihn über den zugefrorenen Starnberger See donnern. 18 Pulverraketen, fast 400 km/h, auf einem Schlitten. Der Versuch endete übrigens in einem Bootssteg. Man könnte sagen: Der erste Tesla-Plaid-Testlauf verlief etwas rustikaler. Bei anderen Versuchen setzte sich Valier sogar selbst in einen Raketenschlitten. Sicherheitskonzept vermutlich: „Wird schon gehen.“
Später arbeitete er mit Flüssigtreibstoff-Raketen – also mit jener Technik, die für die weitere Entwicklung der Raumfahrt entscheidend wurde. Und dann wurde die Geschichte tragisch. Am 17. Mai 1930 explodierte bei einem Test in Berlin ein Raketentriebwerk. Ein Metallteil traf Valier tödlich. Er wurde nur 35 Jahre alt und gilt als der erste Mensch, der bei der Entwicklung einer Rakete ums Leben kam – der erste Raketentote der Geschichte.
Kein Astronaut im Weltall, kein spektakulärer Absturz. Sondern ein Bozner, der Jahrzehnte bevor Menschen den Mond betraten bereits überzeugt war, dass Raketen der Weg dorthin sein würden. SpaceX hat Max Valier natürlich nicht erfunden. Aber bevor Elon Musk Raketen landen ließ, gab es einen Bozner, der Raketen auf Autos und Schlitten schraubte und sich dachte: Da oben müssen wir hin.
Vielleicht sollten wir beim nächsten Mal, wenn wir an der Max-Valier-Straße vorbeifahren, also doch kurz wach bleiben.






































































































































